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Wenn die Temperaturen steigen, können hohe Temperaturen die Beine bei vielen Menschen schneller schwer, müde oder gespannt wirken lassen. Müde Beine sind dann keine Seltenheit. Kompressionsstrümpfe sind auch im Sommer eine wichtige Unterstützung, wenn sie ärztlich empfohlen und verordnet wurden. Die Hitze im Sommer kann Beschwerden verstärken, weil Wärme den Körper belastet und langes Sitzen oder Stehen den Rückfluss aus den Beinen erschwert. Bei Wärme erweitern sich deine Blutgefäße. Dadurch kann eine Schwellung entstehen und aus einem normalen Spannungsgefühl werden schnell schwere Beine.

Das bedeutet nicht, dass die Versorgung automatisch unangenehm sein muss. Moderne Technologien und innovative Garne haben viel verändert. Moderne Kompressionsstrümpfe sind heute deutlich hautfreundlicher, als viele Menschen erwarten. Mit der passenden Größe, dem richtigen Material und einer guten Beratung können sie angenehm zu tragen sein und auch an heißen Tagen mehr Sicherheit geben.

Warum das Tragen von Kompressionsstrümpfen im Sommer und bei großer Hitze sinnvoll sein kann

Im Sommer und bei großer Hitze weiten sich die Blutgefäße, damit der Körper Wärme abgeben kann. Wie bei einem aufgeblasenen Luftballon wird dabei die Gefäßhaut dünner, sodass Flüssigkeit leichter aus den Blutgefäßen in das umliegende Gewebe entweichen kann. Gleichzeitig kann die Belastung für die Venen zusätzlich steigen. Das Blut fließt langsamer und staut sich wie auf einer vollen Autobahn zurück. Durch diese beiden Faktoren kann mehr Flüssigkeit als gewöhnlich ins Gewebe austreten und zu geschwollenen Knöcheln und Beinen führen. Wer ohnehin zu geschwollenen Beinen neigt, bemerkt das oft besonders im Sommer.

Wann Kompression besonders wichtig wird, ist, wenn Leiden regelmäßig auftreten oder eine medizinische Versorgung bereits besteht. Kompressionsstrümpfe helfen, da sie von außen einen kontrollierten Druck auf die Beine ausüben. Durch diesen Außendruck wird nicht nur Flüssigkeit aus dem Gewebe wieder in die Kapillaren zurückgedrückt, sondern auch die Venen selbst werden schlanker. Dadurch unterstützen sie den venösen Rückfluss und können so zu mehr Venengesundheit beitragen. Kompressionsstrümpfe wirken nicht wie ein beliebiges Kleidungsstück, sondern als gezieltes Hilfsmittel. Ein gut sitzender Strumpf stabilisiert das Gewebe, ein zweiter zum Wechseln erleichtert die tägliche Pflege.

Medizinische Versorgung oder Stützstrümpfe?

Medizinische Kompressionsstrümpfe werden individuell ausgewählt und angepasst. Bei diesen kommt es auf Maße, Material, Länge, Ausführung und die passende Kompressionsklasse an. Stützstrümpfe sind damit nicht gleichzusetzen. Sie können für gesunde Menschen mit gelegentlich müden Beinen geeignet sein, ersetzen aber keine Kompressionstherapie bei Hitze, wenn eine Erkrankung oder ein erhöhtes Risiko für Thrombose vorliegt.

Bei Krampfadern oder zur Vorbeugung auf langen Wegen kann Beratung sinnvoll sein. Bei Thrombose-Risiko, ausgeprägten Krampfadern, Lip- oder Lymphödemen oder neu auftretenden Leiden, sollte die Versorgung fachlich abgeklärt werden. Auch ein einzelnes Gefäß kann sich bei Wärme stärker bemerkbar machen, wenn die Durchblutung und der Rückfluss nicht optimal zusammenspielen.

Mann von hinten der einen Waldweg entlang läuft

Material, Komfort und Kompression an warmen Tagen

Temperaturen über 30 °C stellen besondere Anforderungen an die Versorgung. Wer die Strümpfe bei großer Hitze tragen muss, achtet besonders auf Komfort. Atmungsaktive Materialien können helfen: Sie leiten Feuchtigkeit schnell von der Haut weg. Das Gewebe bleibt dennoch atmungsaktiv und unterstützt ein leichteres Tragegefühl. Mikrofaser, eine feine Faser oder ein Materialmix mit Baumwolle, kann angenehm auf der Haut liegen. Je nach Ausführung fühlt sich die Oberfläche glatt, weich oder leicht kühlend an.

Auch die Spitze spielt eine Rolle. Ein Modell mit offener Fußspitze kann für den Sommer ideal sein, wenn diese Variante zur Verordnung passt. Gerade im Sommer empfinden manche Menschen diese Lösung als besonders angenehm, vorwiegend in leichten Schuhen. Ein Kompressionsstrumpf darf jedoch nicht rutschen, rollen oder einschneiden. Die Wade sollte gut umfasst werden, ohne dass unangenehme Druckstellen entstehen.

Richtig anziehen am Morgen

Kompressionsstrümpfe am besten morgens anziehen. Direkt nach dem Aufstehen sind die Beine noch nicht angeschwollen, wodurch das Anlegen leichter fällt. Beim Tragen sollte auf Falten, verdrehte Bereiche und einschneidende Ränder geachtet werden. Anziehhandschuhe oder Anziehhilfen können den Alltag erleichtern und verhindern, dass das Material beschädigt wird.

Das Tragen von Kompressionsstrümpfen im Sommer sollte nicht eigenmächtig unterbrochen werden, wenn die Versorgung medizinisch notwendig ist. Wer unsicher ist, ob er die Versorgung im Sommer tragen soll, sollte im Sanitätshaus oder in der behandelnden Arztpraxis nachfragen. So lässt sich der Sommer gut planen, ohne die eigene Versorgung zu vernachlässigen.

Seniorin am Flughafen. Lesend hat sie die beine auf ihren blauen Reisekoffer gelegt

Reisen mit Kompressionsstrümpfen: Flugzeug, Bahn und Auto

Beim Reisen kommen mehrere Faktoren zusammen: langes Sitzen, wenig Bewegung, Wärme und enge Sitzpositionen. Wer reisen möchte, sollte deshalb früh prüfen, ob die vorhandene Versorgung noch gut sitzt. Im Flugzeug ist die Bewegung oft eingeschränkt, in der Bahn kann man leichter aufstehen, und im Auto helfen regelmäßige Pausen. Auf allen Wegen gilt: Füße kreisen, Zehen und Füße bewegen, Knie beugen und zwischendurch aufstehen, wenn es möglich ist.

Für Menschen ohne medizinische Diagnose können Reise- oder Stützstrümpfe eine Option sein. Wer jedoch eine Versorgung mit Kompression benötigt, sollte nicht einfach auf leichtere Produkte wechseln. Kompressionsstrümpfe tragen viele Betroffene gerade unterwegs, weil lange Sitzzeiten sonst schneller zu Schwellungen führen können. Bewegung und passende Versorgung fördern die Durchblutung und beugen einem unangenehmen Spannungsgefühl vor.

Beschwerden ernst nehmen

Beschwerden an den Beinen im Sommer werden oft unterschätzt. Wenn Beine regelmäßig geschwollen sind, eine Beschwerde stärker wird oder die Strümpfe plötzlich nicht mehr sitzen, ist eine Kontrolle sinnvoll. Das gilt auch, wenn sich Druckstellen bilden, die Haut gereizt ist oder der bisherige Komfort nachlässt.

Kompressionsstrümpfe bieten Unterstützung im Alltag, sind aber nur dann hilfreich, wenn sie richtig ausgewählt und angepasst wurden. Im Sanitätshaus kann geprüft werden, ob Länge, Haftband, Material und Größe noch passen. Auch Fragen zu Farben, offener Spitze, Pflege und Wechselversorgung lassen sich dort klären.

No-Gos: Wie sollte man medizinische Kompressionsstrümpfe im Sommer nicht trägt

Gerade bei Hitze passieren im Umgang mit medizinischen Kompressionshosen und -strümpfen vermeidbare Fehler. Diese Punkte sollten Sie kennen und vermeiden:

1. Bei Hitze weglassen

Dass man bei sommerlicher Hitze das Tragen der Strümpfe vermeiden möchte, ist verständlich, aber leider kontraproduktiv: Wärme weitet die Gefäße und lässt die Beine stärker anschwellen, und das genau dann, wenn sie besonders sinnvoll wären.

2. Herunterrollen des Strumpfes

Dass man bei sommerlicher Hitze das Tragen der Strümpfe vermeiden möchte, ist verständlich, aber leider kontraproduktiv: Wärme weitet die Gefäße und lässt die Beine stärker anschwellen, und das genau dann, wenn sie besonders sinnvoll wären.

3. Zuschneiden oder kürzen

Wer den Strumpf für mehr Luft beschneidet, zerstört den abgestuften Druckverlauf und die Schnittkanten schneiden ein.

4. Falten und Wülste tragen

Auf schwitziger Haut rutscht der Stoff leichter. Falten erzeugen wie das Herunterrollen eine Unterbrechung der trichterförmigen Kompression auf die Beine. So erzeugen sie Druckstellen, die bei Wärme schnell scheuern.

5. Fettige Cremes direkt vor dem Anziehen

Öle und reichhaltige Lotionen greifen die Fasern an und lassen den Strumpf verrutschen. Pflege gehört auf die abendliche Haut, nicht unmittelbar unter den Strumpf.

6. Unnötig Hitze aussetzen

Langes Sonnenbaden auf den Beinen verstärkt die Schwellung und setzt dem elastischen Material zu. Wer auf das Sonnenbaden nicht verzichten kann, sollte die betroffenen Körperstellen in den Schatten legen oder ausreichend kühlen.

7. Heiß waschen, Trockner oder Heizung

Dass man nach dem Schwitzen den Strumpf schnell waschen und für den nächsten Tag wieder trocknen will, ist verständlich. Aber leider ist Hitze für die Elastizität schädlicher als alles andere. Kühl bis lauwarm waschen, im Schatten an der Luft trocknen.

8. Strumpf nass machen

Auch wenn es verlockt und immer wieder verbreitet wird, sollten Sie einen Kompressionsstrumpf nicht unnötig nass machen. Auch wenn es prinzipiell stimmt, dass Verdunstung abkühlt, überwiegen hier die negativen Folgen. Die ohnehin bereits empfindliche Haut leidet unter der Reibung und der Dauerfeuchte. Auch das Material leidet darunter. Bei Schwüle verdunstet erst recht nichts.

9. Eiskaltes Wasser oder Kühlakkus

Nach diesen ganzen Informationen liegt der Entschluss nahe, dass man die betroffenen Körperstellen mit Kühlakkus oder Ähnlichem herunterkühlt. Auch davon ist abzuraten, da langfristig angewendete, extreme Temperaturen sowohl nach oben als auch nach unten den gleichen Effekt haben, bei Kälte tritt der negative Effekt jedoch verzögert auf.

Es sollte immer beachtet werden: Treten Taubheitsgefühl, Schmerzen, kühle oder bläulich verfärbte Zehen oder bleibende Druckstellen auf, die Kompression ausziehen und bei wiederholtem Auftreten ärztlich abklären lassen.

Sommer-Tipps für Alltag und Pflege

Damit die Versorgung bei warmem Wetter besser funktioniert, helfen einfache Routinen. Schwitzen ist bei Wärme normal, sollte aber nicht zu Reibung oder Druckstellen führen. Die Strümpfe sollten regelmäßig gewaschen werden, damit Schweiß, Hautschuppen und Rückstände entfernt werden. Die Haut wird am besten abends gepflegt, damit Cremes über Nacht einziehen können. Morgens sollte sie trocken sein, bevor die Versorgung angelegt wird.

Kleine Bewegungspausen, kurzes, kaltes Abduschen der strumpflosen Beine und Hochlagern können zusätzlich entlasten. Wer am Meer ist, kann hervorragend strumpflos durch das kalte Wasser waten. Gut angepasste Strümpfe reduzieren Flüssigkeitsansammlungen und halten die Beine im Alltag stabiler. Dabei geht es nicht nur um schöne Beine, sondern um mehr Sicherheit und einen besseren Umgang mit heißen Tagen.

Ebenfalls empfehlenswert ist eine tägliche Wechselbad-Routine. Dies bedeutet, dass man die Beine oder Arme im Wechsel kalt und warm abduscht. Bei Wärme stellen sich Gefäße weit, Kälte stellt sie in direktem Kontakt eng. Der schnelle Wechsel zwischen diesen extremen Temperaturen trainiert langfristig die Elastizität der Gefäße und ermöglicht es, Schwellungen vorzubeugen.

Kompressionsstrümpfe sind kein Widerspruch zu Sommer, Urlaub oder Alltag. Mit der passenden Auswahl, guter Pflege und fachlicher Beratung kann die Versorgung auch bei hohen Temperaturen praktikabel bleiben. Wer unsicher ist, sollte die vorhandenen Strümpfe prüfen lassen, bevor Wärme, Reisepläne oder lange Arbeitstage zur Belastung werden.

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