Die häufigsten Fehler beim Tragen von Orthesen und wie Sie sie vermeiden

Fehler beim Tragen von Orthesen

Die häufigsten Fehler beim Tragen von Orthesen und wie Sie sie vermeiden

Eine Orthese soll stabilisieren, entlasten und Sicherheit geben. Im Alltag entstehen trotzdem schnell Fragen: Was tun, wenn sie drückt, rutscht, zu locker sitzt oder sich zu eng anfühlt? Auch die richtige Einstellung der Klettverschlüsse und die Tragedauer sind häufig unklar.

Damit Orthesen zuverlässig wirken, müssen sie korrekt angelegt werden. Sie sollten passgenau sitzen und so genutzt werden, wie es ärztlich, therapeutisch oder orthopädietechnisch vorgesehen ist. Als Sanitätshaus und Fachbetrieb für Orthopädietechnik begleitet Münch & Hahn Patient:innen in Duisburg und Kamp-Lintfort von der Beratung über die Anpassung bis zur Nachkontrolle. Kommen Sie gerne vorbei!

Warum die richtige Anwendung einer Orthese so wichtig ist

Orthesen gehören zu den wichtigen Hilfsmitteln in der Orthopädietechnik. Sie kommen unter anderem nach Frakturen, Kreuzbandrissen, Operationen, bei Arthrose, Fehlstellungen, Instabilitäten, rheumatischen Beschwerden oder neurologischen Einschränkungen zum Einsatz.

Je nach Versorgung stabilisiert eine Orthese ein Gelenk, entlastet, begrenzt den Bewegungsumfang oder unterstützt eine Ruhigstellung. Auch bei der Korrektur einer Fehlstellung kann sie helfen. Eine Knieorthese hat dabei andere Anforderungen als eine Handgelenkorthese, eine Orthese am Sprunggelenk oder eine Rückenorthese.

Entscheidend ist, dass die Orthese zur Verordnung, zum Therapieziel und zu Ihrem Alltag passt. Deshalb spielt neben der Anpassung auch die Einweisung eine wichtige Rolle. Bei Münch & Hahn erfahren Patient:innen, wie ihre Orthese richtig sitzt, wie Verschlüsse geschlossen werden und worauf sie beim Tragen, Anlegen und Pflegen achten sollten.

Fehler 1: Die Orthese sitzt zu locker oder zu fest

Ein falscher Sitz gehört zu den häufigsten Problemen. Ist eine Orthese zu locker geschlossen, kann sie verrutschen. Dann stabilisiert sie das Gelenk nicht mehr zuverlässig. Auch die gewünschte Entlastung oder Ruhigstellung kann nachlassen.

Ist die Orthese zu fest eingestellt, kann sie drücken, reiben oder einschnüren. Typische Hinweise sind starke Abdrücke, Rötungen, Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Schmerzen. Am Anfang kann sich eine Orthese ungewohnt anfühlen. Sie sollte aber keine anhaltenden Beschwerden oder wunden Stellen verursachen.

Eine Orthese sollte Halt geben, ohne einzuschneiden. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Orthese richtig sitzt, kann eine kurze Kontrolle helfen. So lassen sich Druckstellen oder ein Wirkverlust oft früh vermeiden.

Fehler 2: Die Orthese wird nicht regelmäßig getragen

Viele Patient:innen tragen ihre Orthese nur dann, wenn die Beschwerden stark sind. Andere lassen sie weg, sobald es besser wird. Das ist nachvollziehbar, kann aber die Wirkung beeinträchtigen, wenn eine regelmäßige Anwendung vorgesehen ist.

Wie lange eine Orthese getragen werden sollte, hängt von der ärztlichen Verordnung, der Erkrankung, der Orthesenart und dem Therapieziel ab. Eine Orthese nach einer Operation wird anders eingesetzt als eine Versorgung bei Arthrose, Fehlstellung oder chronischer Instabilität.

Halten Sie sich deshalb an die individuelle Empfehlung. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie nach. Ärzt:innen, Therapeut:innen oder Orthopädietechniker:innen können erklären, wann das Tragen wichtig ist und wann Pausen möglich sind.

Fehler 3: Die Orthese wird eigenmächtig verändert

Wenn eine Orthese stört, möchten viele Patient:innen selbst etwas ändern. Manche lockern Bänder dauerhaft, verschieben Polster, führen Klettverschlüsse anders oder biegen störende Elemente zurecht.

Das kann die Funktion beeinträchtigen. Orthesen bestehen aus verschiedenen Komponenten wie Kunststoffelementen, elastischen Bereichen, eingearbeiteten Schienen, Gelenken, Polstern und Bändern. Diese Bestandteile wirken gezielt zusammen. Wird etwas verändert, kann sich die Kraftverteilung verschieben.

Dann führt oder stabilisiert die Orthese das Gelenk möglicherweise nicht mehr wie vorgesehen. Auch neue Druckstellen können entstehen. Wenn etwas nicht passt, sollte die Versorgung fachkundig überprüft und bei Bedarf nachjustiert werden.

Fehler 4: Druckstellen oder Schmerzen werden ignoriert

Eine Orthese darf im Alltag spürbar sein. Sie sollte aber nicht dauerhaft Beschwerden verursachen. Deutliche Rötungen, wunde Stellen, Taubheitsgefühle oder wiederkehrende Druckstellen sind Warnzeichen.

Die Ursachen können unterschiedlich sein. Ein Polster liegt nicht richtig. Kleidung bildet Falten. Schwellungen, veränderte Körpermaße oder Verschleiß beeinflussen die Passform. Dadurch kann eine ursprünglich passende Versorgung plötzlich nicht mehr optimal sitzen.

Besonders aufmerksam sollten Menschen mit eingeschränktem Hautempfinden sein. Sie spüren Reibung oder Druck oft erst spät. Eine regelmäßige Sichtkontrolle der Haut hilft, Probleme früh zu erkennen. Wiederkehrende Rötungen, Schmerzen oder Druckstellen sollten immer kontrolliert werden.

Fehler 5: Die Orthese wird falsch angelegt

Nicht jede Orthese ist selbsterklärend. Bei vielen Modellen kommt es auf die richtige Position, die Reihenfolge der Verschlüsse und die genaue Führung der Bänder an. Schon kleine Abweichungen können Tragekomfort und Funktion beeinflussen.

Auch Kleidung spielt eine Rolle. Falten unter der Versorgung können reiben oder drücken. Manche Orthesen werden direkt auf der Haut getragen. Andere Modelle werden über dünner Kleidung oder mit einem geeigneten Strumpf genutzt. Entscheidend sind immer die Einweisung und die Hinweise zur konkreten Versorgung.

Viele Fehler entstehen durch Unsicherheit im Alltag. Lassen Sie sich deshalb genau zeigen, wie Ihre Orthese sitzt, welche Verschlüsse zuerst geschlossen werden und wie fest sie angezogen werden sollten. Gerade am Anfang kann es sinnvoll sein, die Anwendung noch einmal gemeinsam durchzugehen.

Fehler 6: Pflege, Verschleiß und Nachkontrollen kommen zu kurz

Orthesen werden oft viele Stunden getragen. Sie kommen mit Haut, Schweiß, Kleidung und Bewegung in Kontakt. Dadurch können Gerüche entstehen. Polster können belastet werden. Klettverschlüsse können an Halt verlieren.

Die richtige Pflege hängt vom Material und vom Aufbau ab. Beachten Sie deshalb immer die Pflegehinweise Ihrer Orthese. Fragen Sie im Sanitätshaus nach, bevor Sie Polster, Gurte oder textile Bestandteile waschen.

Auch Verschleiß und Nachkontrollen sollten ernst genommen werden. Eine Orthese kann bei der Abgabe optimal sitzen und später trotzdem angepasst werden müssen. Schwellungen, veränderte Beweglichkeit, neue Beschwerden oder Materialverschleiß können die Passform verändern. Oft reichen kleine Anpassungen aus, damit die Versorgung wieder angenehmer sitzt.

Welche Orthesen besonders häufig betroffen sind

Tragefehler fallen besonders dort auf, wo Orthesen viel Bewegung ausgleichen müssen oder eng mit Kleidung und Schuhen zusammenspielen. Häufig betrifft das Knieorthesen, Sprunggelenkorthesen, Handgelenkorthesen, Unterschenkelorthesen und Rückenorthesen.

Je nach Körperregion unterscheiden sich Sitz, Funktion und Anwendung. Eine Knieorthese muss andere Anforderungen erfüllen als eine Handgelenkorthese oder eine Versorgung am Sprunggelenk. Entscheidend sind deshalb immer die konkrete Orthese und eine gute Einweisung.

Auch die Begriffe Orthese, Bandage und Schiene werden häufig vermischt. Fachlich gibt es Unterschiede in Material, Stabilität und Funktion. Bei Unsicherheiten hilft eine persönliche Beratung im Sanitätshaus.

Wann Sie Ihre Orthese im Sanitätshaus kontrollieren lassen sollten

Eine Kontrolle ist ratsam, wenn Ihre Orthese drückt, rutscht, scheuert oder Schmerzen verursacht. Auch sichtbare Druckstellen, defekte Klettverschlüsse, verrutschte Polster oder Unsicherheit beim Anlegen sollten geprüft werden.

Gleiches gilt, wenn sich Ihre Beschwerden verändern oder das Hilfsmittel nicht mehr so stabil wirkt wie am Anfang. Bei Münch & Hahn prüfen wir an den Standorten in Duisburg und Kamp-Lintfort, ob Ihre Orthese korrekt sitzt. Wir erklären Ihnen auch, wie sie im Alltag angewendet wird und ob eine Anpassung nach Maß sinnvoll ist.

Häufige Fragen zum richtigen Tragen von Orthesen

Was kann ich tun, wenn meine Orthese drückt?
Wenn Ihre Orthese drückt, prüfen Sie zuerst Sitz, Kleidung und Polster. Bleiben Rötungen, Schmerzen oder Druckstellen bestehen, sollte die Versorgung im Sanitätshaus kontrolliert werden.
Wie eng darf eine Orthese sitzen?
Eine Orthese sollte Halt geben, aber nicht einschnüren. Taubheitsgefühle, starke Druckstellen, Kribbeln oder Schmerzen sind Hinweise darauf, dass die Einstellung überprüft werden sollte.
Warum rutscht meine Orthese?
Eine Orthese kann rutschen, wenn sie zu locker geschlossen, falsch positioniert oder nicht mehr optimal angepasst ist. Auch Schwellungen, veränderte Körpermaße oder abgenutzte Klettverschlüsse können eine Rolle spielen.
Darf ich meine Orthese selbst verstellen?
Eine Orthese sollten Sie nur so verstellen, wie es Ihnen bei der Einweisung gezeigt wurde. Eigenmächtige Änderungen können die Funktion beeinträchtigen. Das gilt besonders für Polster, Gelenke, Kunststoffteile, Bänder und Klettverschlüsse.
Trägt man eine Orthese über oder unter der Kleidung?
Das hängt vom Modell ab. Manche Orthesen werden direkt auf der Haut getragen. Andere werden über dünner Kleidung oder mit einem geeigneten Strumpf genutzt. Wichtig ist, dass nichts scheuert, keine Falten entstehen und die Orthese sicher sitzt.
Wie lange muss ich meine Orthese tragen?
Die Tragedauer hängt von der ärztlichen Verordnung, der Diagnose, der Orthesenart und dem Therapieziel ab. Bei Unsicherheit helfen Ärzt:innen, Therapeut:innen oder Ihr Sanitätshaus weiter.

Ihre Orthese sollte zu Ihrem Alltag passen

Das Tragen einer Orthese soll Stabilisierung bieten, Ihren Alltag erleichtern und nicht zusätzlich verunsichern. Wenn sie drückt, rutscht, nicht richtig sitzt oder Sie Fragen zur Anwendung haben, unterstützt Münch & Hahn Sie persönlich. An unseren Standorten in Duisburg und Kamp-Lintfort prüfen wir Ihre Versorgung. Wir erklären Ihnen die richtige Anwendung und passen Ihre Orthese bei Bedarf nach. So tragen Sie Ihr Hilfsmittel sicherer, komfortabler und mit einem besseren Gefühl im Alltag. Kontaktieren Sie Münch & Hahn für eine persönliche Beratung.